1. Was ist Windeldermatitis eigentlich?

Als Windeldermatitis werden entzündliche Vorgänge im Genital- und Analbereich bezeichnet. Wo Urin und ggf. auch Stuhl mit der Haut des Patienten in Kontakt kommt, kann es wunden Hautflächen kommen. Windeldermatitis kann auch als allergische Reaktion auf Windeln und Ausscheidungen auftreten, Durch zusätzlichen Pilz- oder Bakterienbefall kann eine solche Dermatitis kompliziert verlaufen.

Bei falscher Behandlung drohen Superinfektionen

Betroffen sind davon einerseits Babys und Kleinkinder, andererseits ältere, inkontinente Menschen. Windeldermatitis kann einmalig auftreten, aber sie kann auch chronisch und richtig gefährlich werden, wenn Superinfektionen auftreten. Daher ist es wichtig, diese Erkrankung umgehend zu behandeln. Eine Dermatitis im Windelbereich verursacht starke Schmerzen und die Ausbreitung von Viren und/oder Bakterien macht die Behandlung kompliziert. Allergiker sind oft doppelt betroffen und ihre Behandlung ist langwierig und kompliziert.

2. Welche Symptome verursacht eine Windeldermatitis eigentlich?

Der Ausschlag befindet sich im Windelbereich des Patienten und manchmal auch am Unterbauch, an den Oberschenkeln oder am Gesäß. Er ist scharf begrenzt und ein rötliches Exanthem ist zu sehen. Oft ist die Haut regelrecht wund gescheuert und manche Stellen können auch bluten. Liegt eine Pilzinfektion vor, so kann die Haut zusätzlich einen weißlichen Belag aufweisen. Bakterien können Eiterpusten und sogar Superinfektionen verursachen. Eine Windeldermatitis ist eine langwierige und für den Patienten quälende Erkrankung. Beim klinischen Bild gibt es allerdings Unterschiede zwischen den sehr jungen Patienten und den älteren oder kranken.

Die Erkrankung ist quälend und sie verursacht starke Schmerzen

Denn während man beim Baby die Dermatitis mit konsequenter Behandlung relativ schnell in den Griff bekommen lässt, kann es beim alten oder sehr kranken Menschen zu Komplikationen kommen. Ihre Behandlung kann langwierig und zeitintensiv werden. Beim Baby ist es einfach nicht zu übersehen und zu überhören, wenn eine Windeldermatitis vorliegt. Das Kind weint vor Schmerz und eventuell ist sogar seine Temperatur erhöht. Sehr oft tritt die Erkrankung bei zahnenden Babys. Insbesondere kleine Mädchen sind davon häufiger betroffen als kleine Jungs. Die Erkrankung ist quälend und sie verursacht starke Schmerzen. Daher ist es ganz besonders wichtig, alles zu unternehmen, dass Abhilfe geschaffen werden kann. Die hochrote, wund gescheuerte Haut, der Ausschlag aus winzigen Pusteln, Ausfluss und blutende Stellen sind Anzeichen für die Erkrankung.

3. Windeldermatitis vorbeugen ist die beste Art der Behandlung

Am leichtesten ist die Krankheit zu behandeln, die erst gar nicht auftritt. Das bedeutet, dass wir bei Babys und Kleinkindern auf absolute Hygiene und auf gute Pflege mit den richtigen Produkten achten. Gleiches gilt für den bettlägerigen, alten und inkontinenten Patienten. Gute Hygiene und ebensolche Pflege helfen dabei, diese quälende, juckende und starke Schmerzen verursachende Krankheit schnell in den Griff zu bekommen. Bei zahnenden Babys achtet man ganz besonders intensiv auf regelmäßigen Windelwechsel. Nach dem Stuhlgang, der meist als Durchfall auftritt, muss das Kind sofort gesäubert werden. Dann kommen adäquate Pflegemittel zum Einsatz.

Neben dem Zahnen kann auch Soor der Auslöser sein

Doch nicht nur beim zahnenden Baby kann eine Dermatitis vorkommen. Auch eine Infektion mit Soor oder einem anderen Pilz kann zu Durchfällen und zu Entzündungen im Windelbereich führen. Daher sind Sauberkeit und Hygiene so extrem wichtig, wenn ein Baby oder ein Kleinkind da ist. Insbesondere Durchfallerkrankungen können unbehandelt einen schweren Verlauf nehmen – und das mitunter blitzschnell. Nicht selten landen die Kleinen im Kinderkrankenhaus. Trinkflaschen sollten daher nicht nur sorgfältig gereinigt, sondern auch sterilisiert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Kind sich eine Pilzinfektion mit Candida zuzieht, die vom Mund aus den gesamten weiteren Verdauungstrakt befällt. Schwere Durchfälle, Erbrechen, Dehydratation und eben auch Windeldermatitis sind die dramatischen Folgen eines Soor. Auch vom Stillen kann der Säugling wund werden, nämlich wenn die Mutter zu viel Fruchtsäfte oder saure Speisen zu sich nimmt. Dem Säugling oder Kleinkind sollten natürlich auch keine stark säurehaltigen Speisen und Getränke verabreicht werden, wenn er zahnt oder er sowieso schon leicht wund ist.

4. Wie wird die Windeldermatitis denn behandelt?

Wie wir bereits erfahren haben, gibt es Grunderkrankungen, welche die Entstehung einer Dermatitis im Windelbereich begünstigen. Wird also die Windeldermatitis behandelt, so muss selbstverständlich auch die Grunderkrankung in Angriff genommen werden. Der Windelbereich selbst muss sorgfältig sauber und trocken gehalten werden. Zahnende Babys neigen zu Durchfällen, bei denen der Säuregrad erhöht ist. Von dieser Art von Durchfall werden vor allen Dingen kleine Mädchen augenblicklich rot und Haut wie auch Schleimhäute beginnen sich zu entzünden. Es gibt spezielle Pflegeprodukte für wunde Baby-Haut, für Allergiker und für alle empfindlichen Menschen. Sollte eine Pilzinfektion vorliegen, so wird sie selbstverständlich nach Vorschrift des Arztes innerlich wie äußerlich behandelt. In schweren Fällen, wenn eine Superinfektion oder der Verdacht einer Dehydratation vorliegt, müssen betroffene Kinder, aber auch erwachsene Patienten im Krankenhaus bleiben.

Was sonst noch zu tun ist

Windeldermatitis kann durch häufigen Windelwechsel aktiv vorgebeugt werden. Insbesondere zahnenden Babys und Kleinkindern sollten sofort nach jedem Stuhlgang die Windeln gewechselt werden. Das Milieu des Stuhls ist durch das Zahnen sehr, sehr sauer. Das greift die sowieso schon sehr empfindliche Haut des Babys noch zusätzlich an. Manche Babys werden von diesem scharfen, säuerlichen Stuhlgang sofort wund. Auch bei einer Soor Pilzinfektion muss das Kind sofort umgehend sauber gemacht werden. Daher empfiehlt es sich, auch außer Haus immer alles Notwendige dabei zu haben. Durch sehr sorgfältige Hygiene kann die Ausbreitung von wund sein und von fortschreitender Infektion gemindert werden.

5. Wann empfiehlt es sich, mit dem Kind den Arzt aufzusuchen?

Bei einer leichten Rötung des Genital- und Analbereichs können die Eltern das Kind zunächst einmal selbst behandeln. Dies geschieht auch wieder durch die bereits genannten Maßnahmen. Schreitet die Rötung fort, weint das Baby kläglich und treten Durchfall und/oder Erbrechen auf, so sollte umgehend ein Kinderarzt aufgesucht werden. Soor erkennt man, noch bevor Durchfall oder Hautentzündungen auftreten, an einem ganz bestimmten Symptom. So sind die Backentaschen des Babys mit einem weißlichen, breiigen Film überzogen. Sie sollten daran nicht herumreiben, denn das verursacht dem Kind Schmerzen. Auch würde es zu einer weiteren Verbreitung der Infektion führen. Auch in diesem Fall suchen Sie bitte den Kinderarzt auf, da Soor zwingend behandlungsbedürftig ist.

Es ist keine Schande, wenn ein Kind einmal wund ist

Keine Mutter und kein Vater brauchen sich zu schämen, wenn ihr Kind einmal wund ist. Dies kann, wie bereits erwähnt, am Zahnen liegen. Aber auch wenn eine Soor Infektion auftritt, ist keine falsche Scham angebracht. Es ist nur wichtig, dass das Kind nun schnellstmöglich behandelt wird. Der Zustand des Kindes kann sich dramatisch verschlimmern, wenn es dehydriert. Aber auch ohne sonstige Begleiterkrankung ist ein wunder Po immer ein Grund, sofort dagegen einzuschreiten. Zum Kinderarzt oder ins Kinderkrankenhaus geht man wirklich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Wenn Ihr Kind also Schmerzen hat oder sehr wund ist, suchen Sie mit ihm den Arzt auf.