Impfungen bei Babys
In den ersten Lebensjahren müssen Babys und Kleinkinder ganz schön viel aushalten. Neben dem ein- oder anderen Entwicklungsschub und dem Einschießen sowie dem Durchbruch der Zähnchen stehen auch viele Impfungen auf dem Plan. Welche das sind, wogegen sie wirken und wie genau sie verabreicht werden, verrät Ihnen unser Ratgeber.

Gegen Erbrechen und schweren Durchfall – die Rotavirenimpfung
Bei Kleinkindern und Babys können Rotaviren, die schwerste Durchfallerkrankungen auslösen, sogar zum Tod durch Dehydrierung führen. Die Kinder erbrechen sehr häufig; gleichzeitig erfolgt eine unkontrollierte Darmentleerung mit entsprechendem Flüssigkeitsverlust. Dagegen gibt es eine Schluckimpfung, die mittlerweile auch von der STIKO, der Ständigen Impfkommission, empfohlen wird. Mit sechs Wochen erhält der Säugling die erste Dosis, die nächste folgt im Abstand von vier Wochen. Meist ist auch eine dritte Dosis erforderlich, auch diese wird wiederum nach vier Wochen verabreicht. Hat das Baby die 32. Lebenswoche vollendet, muss die Impfserie abgeschlossen sein. Es sollten auch Babys geimpft werden, die bereits eine Erkrankung mit Rotaviren durchgemacht haben, denn diese bietet keinen ausreichenden Schutz.
Bei der Rotavirenimpfung ist darauf zu achten, dass die Impfviren bis zu vierzehn Tage mit dem Stuhl ausgeschieden werden können. Achten Sie daher beim Wickeln auf sorgfältige Handhygiene.
Nach der Impfung kann es vermehrt zu übelriechenden Blähungen kommen. Außerdem kann es sein, dass das Baby unruhig schläft und Verdauungsbeschwerden hat. Dies ist allerdings nur vorübergehender Natur.
Übrigens wird empfohlen, nach der Impfung etwa eine Stunde nicht zu stillen, da die in der Muttermilch enthaltenen Antikörper den Impferfolg beeinträchtigen können.

Die Sechsfachimpfung
Nachdem das Baby also mit sechs Wochen zunächst gegen Rotaviren geimpft wurde, erfolgt im Alter von neun Wochen die Sechsfachimpfung. Diese besteht aus einem Kombiimpfstoff, der folgende Krankheiten abdeckt:
– Diphterie
– Hepatitis B
– Haemophilus influenzae Typ b (Hib)
– Keuchhusten
– Poliomyelitis (Kinderlähmung)
– Tetanus (Wundstarrkrampf)
Wichtig bei dieser Impfung ist, dass die erste Injektion innerhalb der ersten drei Lebensmonate erfolgt, damit die Kinder noch vom Nestschutz profitieren können. Durch die Grundimmunisierung mittels der Impfung werden sie bereits gut vor den oben genannten Krankheiten geschützt. Die ersten beiden Auffrischungen erfolgen im Abstand von jeweils vier Wochen. Zwischen der dritten und vierten Auffrischung liegen mindestens sechs Monate. Es ist auch möglich, sich für längere Pausen zu entscheiden. Der schon vorhandene Impfschutz geht dabei nicht verloren. In aller Regel erfolgt ein längerer Abstand aus Krankheitsgründen, denn nur gesunde Kinder sollten geimpft werden.

Die Pneumokokken-Impfung bei Babys
Eine Erkrankung mit Pneumokokken äußert sich unter anderem durch hohes Fieber, Abgeschlagenheit und starken Husten. Die Bakterien rufen, vor allem bei Babys und Kleinkindern, Mittelohr-, Lungen- sowie Hirnhautentzündungen hervor. Die Mortalitätsrate liegt bei bis zu zehn Prozent. Etwa fünfzehn Prozent der Überlebenden tragen Folgeschäden davon. Dies betrifft vor allem Personen mit schwachem Immunsystem. Daher befürwortet die STIKO die Impfung im Säuglingsalter.
Die erste Impfung erfolgt im Alter von zwei Monaten. Die erste Auffrischung findet zwei Monate später statt. Danach folgt eine weitere Auffrischimpfung im Alter von elf bis vierzehn Monaten.
Bei Frühchen sieht das Impfschema ein wenig anders aus. Hier erfolgt die erste Impfung mit zwei Monaten, danach mit drei, vier und elf Monaten. Sie erhalten also statt zwei Auffrischungen drei.
Es ist möglich, dass die Einstichstelle nach der Impfung schmerzt und gerötet ist. In den ersten drei Tagen treten häufig Symptome wie Abgeschlagenheit, unruhiger Schlaf und Fieber auf, die aber gut mit fiebersenkenden Medikamenten behandelbar sind.

Die Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken
Im Alter von elf bis vierzehn Monaten erfolgt die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. In begründeten Fällen kann diese allerdings schon mit neun Monaten gegeben werden. Dies geschieht vor allem dann, wenn das Baby frühzeitig in eine Betreuungseinrichtung gegeben werden soll, also früh Kontakt mit vielen anderen Kindern hat, oder während eines großen Masernausbruchs in der Region.
Erfolgt die erste Impfung mit elf Monaten, so findet die Auffrischung im Alter von fünfzehn bis 23 Monaten statt. Bei frühzeitiger Impfung, also mit neun Monaten, muss die Auffrischung entsprechend früher erfolgen, also mit etwa zwölf bis sechzehn Monaten.
Im gleichen Zeitraum wie die erste MMR-Impfung wird auch die Windpockenimpfung injiziert. Oft geschieht dies gleichzeitig mit der MMR-Impfung. Es gibt auch einen Kombinationsimpfstoff, der sowohl den MMR-Wirkstoff als auch den Varizellen-Impfstoff enthält. Dieser wird von der STIKO jedoch auf Grund des leicht erhöhten Risikos für Fieberkrämpfe nicht mehr empfohlen. Stattdessen sollen beide Impfungen in unterschiedliche Körperteile erfolgen, also beispielsweise die MMR-Impfung in das linke, die Impfung gegen Varizellen in das rechte Bein. Auch die Auffrischung der Windpockenimpfung erfolgt mit fünfzehn bis 23 Monaten.

Meningokokken
Die Impfung gegen Meningokokken C wird im Alter von zwölf bis 23 Monaten gegeben. Meningokokken sind Bakterien, die schwerste Hirnhautentzündungen auslösen können. Die Sterberate ist hoch und selbst bei Genesung bleiben oft Folgeschäden zurück.
Es gibt verschiedene Arten von Meningokokken. Bis vor wenigen Jahren wurden Kinder in Deutschland nur gegen die Serogruppe C geimpft. Mittlerweile prüft die STIKO auch eine Impfempfehlung gegen die Gruppe B. Diese Impfung ist jedoch umstritten und es ist nicht klar, wann sich die STIKO dafür aussprechen wird.

Impfungen – Der Notfallplan für Eltern
Alle Impfungen provozieren eine Immunabwehr des Körpers. Dies bedeutet, dass es nach jedem Pieks zu einer Impfreaktion wie Schläfrigkeit, Fieber, Unruhe und vermehrtem Schreien kommen kann. Es gibt fiebersenkende Maßnahmen, mit denen man den Kindern gut helfen kann. Ansonsten hilft vor allem eins: Kuscheln.
Das Wichtigste bei den Impfungen ist, Ruhe zu bewahren. Natürlich tut einem der kleine Schatz sehr leid, wenn der Pieks in den Arm oder ins Bein gesetzt wird. Die Kinder verstehen in den ersten Lebensjahren noch nicht, warum ihnen weh getan wird.
Trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass eine Impfung vor gefährlichen Krankheiten schützen kann und der Pieks ja schnell vorbei geht. Bleiben Sie bei Ihrem Kind, halten Sie es, wenn möglich, auf dem Arm und reden Sie ihm beruhigend zu. Oder singen Sie doch sein Lieblingslied.
Wird Ihr Kind noch gestillt, bitten Sie Ihren Arzt, während des Impfens stillen zu dürfen, denn der Saugakt reduziert nachweislich Schmerzen und wirkt beruhigend.
Ist Ihr Kind alt genug, können Sie ihm zur Belohnung für seine Tapferkeit natürlich auch ein Eis spendieren. Auch Mama und Papa dürfen sich eins gönnen – schließlich waren Sie genauso tapfer wie Ihr Kleines.