Baby schreit beim Stillen: Ursachen und nützliche Tipps

Wenn du gerade Mama geworden bist, dann kommt auf dich eine spannende Zeit zu. Nicht nur für deinen Nachwuchs, auch für dich gibt es in diesem Zusammenhang viel Neues. Du musst bei der Erziehung und Versorgung deines Säuglings so viele Dinge beachten, da kann man schon mal ins Schwitzen kommen. Um deinen Liebling mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, gibst du ihm üblicherweise die Brust. Nun hast du festgestellt, dass dein Kind zwar durstig und hungrig ist, aber ständig schreit. Als kleiner Trost sei dir mit auf den Weg gegeben: Du bist nicht die einzige Mama, der es so geht. Dafür, dass ein Baby beim Stillen schreit, weint oder zu quengeln beginnt, gibt es verschiedene Ursachen. Auf die wichtigsten Gründe soll in diesem Ratgeber näher eingegangen werden. Zudem sollen dir einige nützliche Tipps mit an die Hand gegeben werden, wie du zur Beruhigung deines Lieblings beitragen kannst, damit das Stillen keine Tortur mehr ist, sondern zu einer entspannten Angelegenheit wird.

Die Ursachen herausfinden

Bevor du aktiv handeln kannst und erfährst, wie du dem Schreien ein Ende bereitest, musst du erst einmal den Ursachen für das Geschrei auf den Grund gehen. Diese sind wie gesagt sehr vielfältig. Zunächst geht es einmal darum, festzustellen, wann dein Kind zu schreien beginnt. Weint dein Kind vor dem Trinken? Beginnt das Schreien beim Geben der Brust oder äußert dein Baby diese Unruhe nach dem Trinken durch lautes Geschrei? Der Zeitpunkt, zu welchem Kinder beim Stillen zu schreien beginnen, gibt dir viel Aufschluss übermögliche Ursachen, woraus sich auch entsprechende Lösungen ergeben.

 

Wenn das Baby vor dem Stillen schreit

Wenn das Baby vor dem Stillen schreit, kann das darauf zurückzuführen sein, dass es sich in seiner gewohnten Umgebung irritiert fühlt. Diese Irritation liegt zum Beispiel vor, wenn irgendwas nicht mehr so ist wie sonst. Riechst du anders, fühlt sich etwas nicht mehr so an wie gestern? Wenn du etwa ein neues Waschmittel benutzt oder einen neuen Duft trägst, kann das dazu führen, dass sich dein Baby nicht mehr wohl fühlt und zu schreien beginnt. Um die Irritation durch fremde Gerüche auszuschließen, kannst du vor dem Stillen ohne Duschgel duschen. Danach solltest du Kleidung tragen, die ohne Waschmittel gewaschen wurde. Wenn dein Kind daraufhin wieder ruhig trinkt und nicht vor dem Stillen zu schreien beginnt, dann weißt du, dass ein fremder oder neuer Geruch die Ursache gewesen ist. Bei älteren Babys kann auch eine Verstopfung die Ursache für Geschrei beim Stillen sein. Das passiert dann, wenn du zusätzlich zur Muttermilch bereits die erste Beikost fütterst. Sollte das bei dir der Fall sein, dann höre für einige Tage mit der Beikost auf und beobachte, ob der Nachwuchs wieder ruhig trinken möchte.

 

Was es mit der Saugverwirrung auf sich hat

Das Trinken ist für Babys eine spannende Erfahrung, die aber durchaus zu Verwirrung führen kann. So ist es für dein Säugling vollkommen unterschiedlich, ob du ihm die Brust gibst oder ob es die Muttermilch über eine Saugvorrichtung, etwa über einen Nuckel an einer Trinkfalsche zu sich nimmt. In den ersten Lebensmonaten solltest du deinem Kind ausschließlich die Brust geben, damit diese Saugverwirrung gar nicht erst zustande kommt. Oft dauert es einige Tage, bis sich ein Kind an das Saugen an der Brust gewöhnt. Möchte dein Kind nicht trinken und schreit unaufhörlich, dann kannst du die Milch auch abpumpen und vorsichtig mit einem Löffel zuführen. Dieser Zustand sollte allerdings nicht zu lange andauern. Säuglinge sollten sich schnell an das Trinken gewöhnen und auch von Tag zu Tag ruhiger werden.

 

Wenn das Baby während des Stillens schreit

Wenn das Baby beim Stillen schreit, dann sind häufige geschmackliche Irritationen die Ursache dafür. Genauso, wie dir nicht alles schmeckt, ist es auch bei deinem Nachwuchs. Die Muttermilch schmeckt eben nicht immer gleich. Wenn du zum Beispiel ein gut gewürztes Essen vor dem Stillen zu dir genommen hat, dann kann sich der Geschmack der Milch dadurch verändert darstellen.

Genauso ist es auch bei körperlicher Anstrengung. Hier gibt es verschiedene Vorgehensweisen, wie du deinem Nachwuchs einerseits beruhigen und andererseits dafür sorgen kannst, dass die Muttermilch wieder schmeckt. Zum einen kannst du darauf achten, dass du zwischen deiner Mahlzeit und dem Stillvorgang einige Zeit vergehen lässt, damit sich die Muttermilch wieder neutralisieren kann. Auch körperliche Anstrengung kannst du entsprechend ausüben, wenn du weißt, dass du nicht im nächsten Moment die Brust gibst. Wenn das aus zeitlichen oder organisatorischen Gründen nicht möglich sein sollte, gibt es noch einen ganz einfachen Tipps. Du solltest natürliche Vanille zu dir nehmen, etwa in einem Quark oder in einem Joghurt. Vanille trägt zur Neutralisierung des Milchgeschmacks bei und der kleine Liebling hört vielleicht schon wieder mit dem Schreien auf.

Auch Schmerzen können die Ursache für Geschrei beim Stillen sein. So sind die Darmbewegungen eines Säuglings äußerst aktiv. Das kann schon einmal zu Bauchschmerzen führen. Wenn du diesen unangenehmen Schmerzen entgegenwirken möchtest, solltest du ein Wärmekissen auf den Bauch deines Babys legen. Der Säugling kann sich dabei entspannen und Schmerzen werden gelindert. Auch eine verstopfte Nase kann der Auslöser für weinende Babys beim Stillen sein. Wenn dein Kind Schnupfen hat, kann es weder tief durchatmen, noch kann es sich ungehindert der Nahrungsaufnahme widmen. Hier kannst du beispielsweise einen Tropfen Muttermilch in jedes Nasenloch geben, um deinem Liebling wieder freies Atmen zu vergönnen. Danach sollte sich das Trinken wieder ruhiger gestalten.

Ein weiterer Grund, der dafür verantwortlich zeichnet, dass dein Baby beim Stillen schreit, hat etwas mit deiner Brust zu tun. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das beginnt schon im Säuglingsalter. So wird dein Baby eine Lieblingsseite entdecken. Es wird eine Brust geben, aus welcher dein Kind lieber trinkt, zum Beispiel, weil die Milch aus einer Brust besser herauskommt als aus der anderen. Wenn du deinen Säugling dabei unterstützen möchtest, solltest du es immer im Wiegegriff stillen und die Brust beim Stillen wechseln. Am Ende des Stillvorgangs solltest du deinem Liebling jedoch die bevorzugte Brust geben. Kinder werden am Ende müde. Wenn sie sich dennoch entspannen dürfen, etwa an ihrer Lieblingsbrust, dann fällt ihnen das Trinken leichter und sie strahlen Ruhe aus.

 

Was es mit der Brust-Schimpf-Phase auf sich hat

Die sogenannte Brust-Schimpf-Phase kann auch als erste Pubertät deines Kindes bezeichnet werden. In den ersten Wochen und Monaten des Stillens lernt der Nachwuchs immer mehr. Es lernt zum Beispiel zwischen du und ich zu unterscheiden. Es erfährt langsam, dass das nicht seine Brust ist, sondern dass sie dir gehört. Dem Kind werden also die ersten Grenzen aufgezeigt. Dein Spatz merkt zwar, dass die Brust gut ist, wenn er Hunger oder Durst hat. Er merkt aber auch, dass du die Mama bist und dass du ganz allein entscheidest, dass du jetzt die Brust gibst. Pubertät ist Pubertät. Du zeigst deinem Kind Verhaltensregeln auf, mit denen es sich nicht abfinden möchte. Das Kind trinkt zunächst, lässt dann von deiner Brust ab und schimpft und schreit diese an. Wenn du diesen pubertären Ansatz verstanden hast, fällt es dir leichter, darüber hinweg zu hören. Wie das Wort schon sagt, handelt es sich dabei um eine vorübergehende Phase. Diese geht vorbei und dein Liebling gewöhnt sich an die neuen Umstände. Auch werden sich Hunger und Durst früher oder später durchsetzen. Mit der Brust-Schimpf-Phase kannst du bei deinem Baby ab dem dritten Lebensmonat rechnen. Die gute Nachricht ist, diese Phase ist bereits nach einigen Wochen wieder beendet.

Eine gewöhnliche Ursache für weinende Babys beim Stilen ist ein gewöhnlicher Wachstumsschub, der gerade in den ersten Lebensmonaten häufig vorkommt. Allein in den ersten 14 Monaten seines Lebens erlebt dein Baby 8 Wachstumsschübe. Diese bereiten Schwierigkeiten und fühlen zu Unwohlsein. Schreien beim Stillen ist eine der möglichen Folgen.

 

Wie ist es mit dem Abstillen?

Natürlich kannst du auch früher mit dem Abstillen beginnen, wenn dein Baby beim Stillen schreit. Hier solltest du dich allerdings kompetent beraten lassen. Nicht umsonst ist es für die gesunde Kindesentwicklung wichtig, dass dein Kind ausreichend lang mit Muttermilch versorgt wird. Dass es zum Weinen beim Stillen kommt kann auch daran liegen, dass du nicht mehr ausreichend Milch produzieren kannst. Wird dein kleiner Liebling also nicht satt, kann er auch beim Stillen schreien. Eine Stillberatung kann dir dabei Hilfen, wie du die Milchproduktion am Laufen halten kannst und teilt dir zudem mit, wann das Abstillen in deinem individuellen Fall wirklich die richtige Variante ist.

 

Wenn das Baby nach dem Stillen schreit

Auch nach dem Stillen kann dein Kind plötzlich zu brüllen anfangen. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen. So kann es zum Beispiel sein, dass sich noch Luft im Bauch befindet. Achte also nach dem Stillvorgang darauf, dass die Luft entwichen kann und dass der Nachwuchs das berühmte Bäuerchen macht.

In den ersten drei Monaten eines Babylebens kommt es häufig zu Koliken. Diese sind sehr schmerzhaft für das Baby und lassen natürlich auch das Herz jeder Mutter bluten. Durch diese Koliken muss wohl jedes Kind durch und schreit deshalb nach dem Trinken. Du kannst aber dennoch etwas dagegen tun. Halte dein Kind nach dem Stillen im sogenannten Fliegergriff, also bäuchlings und lege ihm ein wärmendes Kissen auf den Bauch, damit die Schmerzen schnell wieder verschwinden.

 

Noch ein Tipp: In der Ruhe liegt die Kraft

Wenn dein Baby vor, beim oder nach dem Stillen schreit, dann ist das ohne Zweifel sehr nervenaufreibend für dich. Dennoch solltest du Stress vermeiden und versuchen, stets die Ruhe bewahren. Natürlich ist das einfacher gesagt als getan, aber unmöglich ist es nicht. Sobald dein Kind bemerkt, dass du dich gestresst und überfordert durch sein Geschrei fühlst, überträgt sich die Unruhe auf den Säugling und das Geschrei wird in der Regel noch lauter. Ein weinendes Baby beim Stillen sollte für dich kein Grund zum Verzweifeln sein. Das ist normal und meistens sind völlig gewöhnliche Ursachen dafür verantwortlich.

 

Was hilft, wenn nichts mehr hilft?

Die größte Hilfe bist du deinem Kind, wenn du tatsächlich die Ruhe bewahrst. Du solltest versuchen, dein Kind abzulenken. So kannst du ihm zum Beispiel vorübergehend die Füßchen massieren. Das Baby ist dann vom Schreien abgelenkt, weil sich zwingend ein anderer Eindruck breitmacht. Wichtig ist zudem, dass du nicht aufgibst. Wenn du unsicher wirst, weil dein kleiner Liebling einfach immer weiter weint, dann lenke dich selber ab. Setze dann nach einigen Minuten noch einmal zu einem weiteren Versuch an. Gutes braucht seine Zeit, so solltest du deinem Liebling auch die notwendige Zeit einräumen, die er braucht, um sich an das Trinken an der Brust zu gewöhnen. In vielen Punkten wird die Zeit für euch arbeiten. Wenn dein Kind dann kurz vor seinem ersten Geburtstag steht, dann lachst du vielleicht schon über die anfänglichen Probleme.

Begreife diese neue Erfahrung einfach als gemeinsame Chance um sich aneinander zu gewöhnen, um eure Bindung zu festigen. Dein Kind wird begreifen, dass es lebensnotwendig ist, wenn es trinkt und dass es sich meistens danach sogar satt und viel besser fühlen wird. Wenn dein Baby dieses Gefühl zu schätzen gelernt hat, dann wird es sich freuen, wenn es wieder Milch aus der Brust gibt. Für dich ergibt sich als Mama daraus der Vorteil, dass auch du immer ruhiger wirst und dass das Milchgeben für euch beide zu einer entspannten Routine werden kann.

 

Quellen:

https://www.desired.de/mami/baby/baby-schreit-beim-stillen/

https://www.baby-tipps.com/baby-schreit-beim-stillen/