Baby schreien lassen?
Babys sind für neun Monate in dem Bauch ihrer Mutter. Wenn sie auf die Welt kommen, umgibt sie eine Welt, welche vollkommen, neu, groß und vor allem laut und umfangreich it. Neun Monate lang, schützte sie der Bauch der Mutter, sie fühlten weder Hunger noch Durst, noch fehlte ihnen Wärme und der Herzschlag der Mutter begleitete sie Tag und Nacht ununterbrochen. Das ändert sich mit einem Schlag und in dem Moment, in welchem die Babys den Bauch ihrer Mutter verlassen und auf die Welt kommen.

Babys nutzen das Schreien und das Weinen für die Kommunikation

Babys weinen. Sie weinen, wenn sie Hunger haben, wenn sie Durst verspüren, wenn sie sich alleine fühlen, oder wenn sie Angst haben – all das sind Motive, weshalb Babys schreien. Es gibt noch viele weitere Motive, warum ein Baby weint und schreit. Wichtig ist, dass die Eltern, selbst wenn sie müde und erschöpft sind, seit Tagen und Nächten nicht schlafen und keine Kraft mehr haben, versuchen das Baby zu verstehen und das Schreien nicht als Provokation verstehen. Ein Baby kann noch nicht sprechen und weiß sich nur mit dem Weinen und dem Schreien zu helfen. Nur, wenn das Baby schreit, kann es seinen Eltern kommunizieren und mitteilen, dass etwas los ist und sie Hilfe brauchen. Die Eltern sollten es mit seinem Problem, seinem Schmerz oder mit seiner allgemeinen Situation nicht alleine lassen und es somit auch nicht schreien lassen.

Das Baby hört einfach nicht auf zu schreien

Nun kann es durchaus vorkommen, dass die Eltern alles versucht haben, das Baby aber weder Hunger noch Durst hat und auch die Windel frisch ist. Können die Eltern auch Koliken und andere Ursachen für das Schreien und Weinen ausschließen, verzweifeln viele Eltern. Gesellt sich die Müdigkeit der Eltern zu dem penetranten und unaufhörlichen Schreien des Kindes, kann es durchaus dazu kommen, dass die Eltern den Drang dazu verspüren das Baby einfach hinzulegen und es schreien zu lassen. Dieser Drang ist eine vollkommen normale Reaktion, da Forscher in unterschiedlichen Studien herausgefunden haben, dass das Schreien und das Weinen eines Babys das penetranteste und störendste Geräusch auf der Welt ist. Das ist jedoch von der Natur so gewollt, damit die Eltern auf das Schreien reagieren und das Baby nicht in seiner Situation alleine lassen. Aus diesem Grund tun Eltern gut daran auch in dieser Situation die Nerven zu behalten und den Gefühlen des Babys einen Halt zu geben. Oft sind diese kleinen Wesen von ihrer Umwelt so überwältigt, dass die Gefühle sie einfach übermannen. Da sie sich noch nicht ausdrücken und ihren Gefühlen keine Worte verleihen können, schreien sie. Als Eltern ist es wichtig, der feste Fels in der Brandung zu sein und dem Baby seinen Gefühlen Raum und Halt zu geben. Vor allem junge Eltern, welche zum ersten Mal Eltern geworden sind, zweifeln oft an sich selbst und ihrer Rolle als Eltern, wenn das Baby unaufhörlich weint. Doch es ist vollkommen normal, dass Babys weinen. Es einfach schreien zu lassen würde die Situation nicht nur verschlimmern, sondern kann Babys auf Dauer sogar krank machen.

Kurz durchatmen und dann wieder für das Baby da sein

Das Baby nicht schreien zu lassen geht nicht mit dem Grundsatz einher, dass die Eltern nicht auch auf sich schauen dürfen. Wer bei seinem schreienden Baby bemerkt, dass er eine halbe Minute für sich braucht, um durchzuatmen und Kräfte zu sammeln, sollte das Baby im besten Fall in andere Arme geben oder kann es auch für einen kurzen Moment ablegen, um einmal tief durchzuatmen und sich ins Gedächtnis zu rufen, dass das Babys entweder Dinge verarbeitet, seine Emotionen mitteilt oder ein anderes Bedürfnis mitteilt.

Wieso es die Babys krank macht, wenn die Eltern sie schreien lassen

Lassen Eltern ihre Babys schreien, ändert dies ganz und gar nichts an dem Schreien, sondern bringt sehr viele negative Folgen mit sich, welche nicht nur die Babys, sondern auch die Eltern tragen müssen. Denn, wenn die Eltern das Baby schreien lassen und nicht in dem Arm nehmen, gehen sie in erster Linie gegen ihren Urinstinkt und das Baby fühlt sich verlassen. Eltern vermitteln den Babys somit den Eindruck, dass sich die Babys nicht auf die Eltern verlassen kann. Unter dieser Tatsache leidet vor allem das Urvertrauen, aber auch die Eltern-Kind-Bindung nimmt oft einen großen Schaden davon. Babys, welche nicht auf den Arm genommen und stattdessen schreien gelassen werden, erleben in der Zeit, in welcher sie schreien, Todesängste. Sie wissen nicht, dass ihnen nichts passiert und fühlen sich nur bei der Mutter oder dem Vater oder einer anderen Bindungsperson geborgen. Schreit das Baby um Hilfe, Schutz und Geborgenheit und wird von den Eltern schreien und somit mit seinen Ängsten und Gefühlen alleine gelassen, sorgt dies unter anderem für ein sehr hohes und überdurchschnittliches Stresslevel in dem Körper des Kindes. Und genau dieser Stress führt bei den Babys im späteren Alter, oft auch erst im Erwachsenenalter zu Depressionen. Die Betroffenen haben oft Schwierigkeiten damit, sich zu binden und anderen Menschen zu vertrauen, da ihnen das Urvertrauen und die Bindung zu ihren Eltern fehlt.

Ich habe noch andere Kinder, um welche ich mich kümmern muss – jetzt muss das Baby mal warten

Viele Eltern, welche weitere Kinder haben, um welche sie sich kümmern müssen, denken, dass es das Baby aushält ein bisschen zu schreien und, dass das Schreien die Lungen öffnet. Das ist ein Ammenmärchen und absolut falsch. Das Baby schreit einmal kurz nachdem es auf die Welt gekommen ist oder weint und öffnet die Lungen dadurch. Für diese Zwecke können sich die Eltern das Baby im Tragetuch oder in der Trage ganz nach bei sich tragen.

Gründe, aus welchen die Babys schreien

Oft lassen Eltern die Babys weinen, weil sie gegessen und getrunken haben und auch die Windel nicht voll ist. Allerdings können die Babys auch viele weitere Gründe haben, um zu schreien:

  • sie verarbeiten das Erlebte des Tages und drücken ihre Gefühle aus
  • sie haben Bauchschmerzen oder bekommen Zähne
  • sie fühlen sich alleine und sehen sich nach Körperkontakt

Alles in allem, bringt es nichts, das Baby schreien zu lassen. Im Gegenteil – das Schreien lassen bringt ausschließlich negative und prägende Nachteile mit sich.